Samstag, 12. November 2016

Der Schmetterling im Hausflur

Mit jedem weiteren Herbsttag wurden die Temperaturen kälter und die einzelnen Schneeflocken häufiger. Jeder Gang nach draußen rief Sehnsucht hervor. Sehnsucht nach drinnen, nach Wärme. Und scheinbar sehnte nicht nur ich mich nach Wärme: Verfroren betrat ich meinen Hausflur und während ich so an die warme Wohnung denkend den Gang entlang lief, fiel mein Blick auf die Wand... ein Schmetterling hatte seine wunderschönen Flügel ausgebreitet und präsentierte sie inmitten des grauen Hausflures den vorbeigehenden Menschen. Kurz dachte ich darüber nach das verirrte Tier wieder in die Freiheit zu entlassen. Doch dann kamen mir meine durchgefrorenen Finger in den Sinn.
Der kleine Freund würde es hier drinnen wohl deutlich gemütlicher haben. Willkommen kleiner Freund! Willkommen im Haus!
Als ich später das Haus verließ hatte er seine Flügel zusammengeschlagen, doch er blieb. Als ich ging und wiederkam, als ich ging und wiederkam, Tag für Tag.

Mittlerweile sitzt er seit 5 Tagen unverändert an der Wand im Hausflur. Und wie es aussieht wird er nun auch noch viele weitere dort sitzen.


"Überwinterung als Falter:
Die Falter suchen im Herbst geschützte Stellen in der Natur (hohle Bäume, Höhlen, ...) oder Verstecke im Siedlungsbereich (Holzschuppen, Bühnenräume in Häusern, ...)"
Oder eben an einer Hausflurwand in einem Haus mitten in einer Großstadt. 

Schlaf schön lieber Schmetterling! Bis zum Frühjahr! 

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